Eure Wirtin: Antje

Nach anfänglichem Kulturschock und dem Aufeinanderprallen von Bayrischer und Berliner Mentalität, habe ich das getan, was die Bayern als Integration und die Berliner als Verrat bezeichnen würden. Ich habe mir meine Rastalocken abgezwirbelt, den Berliner Dialekt mühsam ins Hochdeutsche übertragen (schon allein um nicht immer als Saupreuß bezeichnet zu werden), mich in diverse Dirndl geworfen, bayrische Vokabeln gepaukt und die Trinkmenge an Bier von 0,3 auf 0,5 erhöht.
Aber erst nachdem ich mich kommunalpolitisch engagiere und an der Freisinger Laienbühne Theater spiele, wurde ich so richtig in der bayrischen Gemeinschaft aufgenommen und dafür aus der Berliner exkommuniziert.
Mittlerweile kann ich stundenlang auf harten Bierbänken sitzen, falle nicht gleich nach einer Mass Bier um und verstehe mein Gegenüber, wenn es langsam und deutlich im Heimatdialekt spricht.
Das Einzige was mir hier immer noch fehlt, ist eine gescheite Berliner Currywurst ohne Darm. Aber dem wird jetzt Abhilfe geschaffen, getreu meinem Lebensmotto „ nicht meckern und motzen, sondern klotzen“. Da ich ja jetzt, übrigens wie die Jungfrau zum Kinde, zu einer bayrischen Bierkneipe gekommen bin, habe ich einfach meine jeliebte Currywurscht uff die Speisekarte jenommen. Für alle Zugereisten und mutigen Einheimischen – jawoll!!!

 

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